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GNADENBILD von GOTTVATER

 

Imprimatur

Kuria Diecezjalna w Kielcach

dn. 27 VI 1998 r.

Nr OJ-162/98

Ks. Jan Szarek

Wikariusz Generalny

 

Anastazy Rogowski

 

Die Geschichte des Bildes von Gottvater,

das auf seltsame Weise in Pawo³ocza in der Ukraine aufgefunden wurde.

Am Anfang muß ich sagen, daß das alles keine Märchen oder von jemanden ausgedachte Geschichten sind, sondern wahre Ereignisse. Ich habe nichts hinzugefügt und nur das geschrieben, was ich mehrfach von meinen verstorbenen Eltern gehört habe.

 

1860 sind meine Eltern nach Pawo³ocza, Ukraine, umgezogen, auf der Kiev-Erde, in die Nähe der Stadt Skwira. Diese wurde als Opfer der häufigen Tatarenanfälle bekannt.

Damals hatte mein Vater einen seltsamen Traum: Ein Greis kam zu ihm und verlangte aufdringlich von meinem Vater, daß er ihn von einem Juden loskaufen soll. Am Morgen erzählte der Vater meiner Mutter den Traum, dachte aber weiter nicht viel nach. In der folgenden Nacht kommt der Alte wieder mit der zudringlichen Forderung. Der Vater erzählte es wieder der Mutter, doch die antwortete: Du weißt doch nicht von welchem Juden. Während der dritten Nacht wiederholte sich der Traum, und der Vater fragt den Alten, von welchem Juden er ihn freikaufen solle. Der Alte sagte den Namen des Juden und gab dazu noch an, daß er mit der Familie hinter den Fässern im Keller sitze. Es sollten Fässer von einer früheren Schnapsausschank sein. Der Vater erkundigte sich, wo ein Jude mit solchem Name wohne, und ob er einen Ausschank habe. Einen Geschäft gab es schon, aber eine Ausschank habe nur sein Großvater gehabt - das wurde ihm in der Stadt erzählt.

Mein Vater war neugierig und fuhr sofort zu dem Juden. Als er den gleichen Namen hörte, fragte er den Juden, was mit der Ausschank ist, die noch sein Großvater gehabt habe. Der Jude antwortete: es existieren nur alte Fässer. Mein Vater ging dorthin und fand im zweiten Stock wirklich alte, zerbrochene Fässer. Die Fässerreste wurden entfernt, und an der Wand sah mein Vater einen quadratisches Gegenstand wie ein breites Holzbrett. Er nahm es in die Hände und sah, daß alles mit Schimmelpilz bedeckt war. Fingerdick. Der Schimmel wurde entfernt. Da kam das Bild Gottes des Vaters zum Vorschein.

Ein zweites war das Bild Christi am Ölberg. Das dritte die Muttergottes mit dem kleinen Jesuskind. Mein Vater nahm die Bilder und fragte den Juden, wieviel er dafür bezahlen sollte. Der Jude war erstaunt und erschrocken, daß mein Vater von den Bildern wußte, während weder er noch sein Vater gewußten hatten. Der Jude sagte: Nehmen sie es einfach, ich will kein Geld! Mein Vater sagte, daß er unbedingt bezahlen muß. Es war ein Dukaten für alle drei Bilder bzw. einer für jedes Bild, das weiß ich nicht mehr; aber ich weiß, daß es eine Rechnung gab und die Dukaten.

Mein Vater nahm die drei Bilder nach Hause, und nach der Reinigung fanden die Bilder ihren Platz an den Wänden, wo sie von den Eltern sehr in Ehren gehalten wurden. Alles, was der Alte gesagt hatte, war die Wahrheit – d.h. daß er mit der Familie hinter den Fässern saß.

 

Einige Jahre später zog mein Vater um von Pawo³ocza nach Stepek im gleichen Kreis. 1880 oder 1882, daran kann ich mich nicht mehr ganz genau erinnern (ich war damals 3-4 Jahre alt), ist mein Vater schwer erkrankt und wurde halb gelähmt. Die Ärzte, dr Czengery aus Chodorkow und dr Naskrêcki aus ¯ytomierz besuchten den Vater täglich und fanden für ihn keine Rettung. Sie hatten auch keine Hoffnung laut ausgesprochen. Schon zwei Wochen konnte mein Vater nicht mehr sprechen und essen. An einem Tag, als es schon keine Hoffnung mehr gab, daß der Vater den nächsten Tag erlebte, sah die Mutter plötzlich, daß der Vater die Augen geöffnet hielt, obwohl sie bis jetzt immer geschlossen waren. Und auf einmal fragt sie der Vater: “Malwina, wer war das?” Die Mutter - erstaunt, daß der Vater sieht und spricht – antwortet: “Es war hier niemand da”. Der Vater darauf: “Hier war er, hier saß er, mit ihm habe ich gesprochen, du weißt es doch. So oft ist er bei uns, doch an den Namen kann ich mich nicht erinnern. Frag mal den Diener, wer hereingegangen ist. Die Mutter fragte, doch “niemand war da” – antwortete der Diener. Der Vater sagte plötzlich: “Gib mir etwas zu essen. Ich will essen”. Die Mutter war erschrocken, denn es war ganz offensichtlich ein Wunder. Der Mensch war fast tot gewesen und spricht hier sinnvoll, je er will essen. Nächsten Tag kamen die Ärzte und sprachen ebenfalls von einem Wunder, weil der Mann die Nacht nicht hätte überleben sollen. Am dritten Tag sagte mein Vater zur Mutter: “Malwina, hilf mir aufzustehen!” Die Mutter half ihm, und der Vater bewegte sich mit Hilfe eines Stuhls, weil die Beine die letzten beiden Wochen gelähmt waren, langsam durch das Zimmer.

Seit der Genesung – das muß ich noch dazu sagen – war der Vater sehr nachdenklich. Er sprach wenig und sagte nur, daß er mit dem gesprochen habe, der so oft bei ihnen gewesen war. Seinen Namen aber hatte er vergessen.

So bewegte er sich mit der Hilfe der Mutter bis zur Schwelle des zweiten Zimmers. Plötzlich läßt er den Stuhl aus und fällt auf die Knie. Die Mutter wollte den Vater hochheben, doch der rief: “Laß mich - das ist der Alte, mit dem ich sprach”, und er zeigte auf das Bild Gottes des Vaters, das der Tür gegenüber an der Wand hing.

Erst später erzählte mein Vater, daß der Alte, der ihn besucht hatte, sagte: Anton, ich bin für dich gekommen. Der Vater bat den Alten, ihn noch am Leben zu lassen, weil er noch kleine Kinder habe. Der Greis antwortete darauf: Weil du mich losgekauft hast, gehe ich weg, später komme ich wieder. Das war ein offensichtliches Wunder. Seit dem wurde das Bild in unserer Familie als ein Gnadenbild verehrt. Der Vater lebte noch über 20 Jahre. Mit 77 ist er still und ruhig gestorben. Ob er noch vor dem Tod den Alten gesehen hat, ist unbekannt.

Nach dem Tod des Vaters habe ich das Bild von meinem Bruder, einem Priester, den der Vater dafür bestimmt hatte, erhalten. 1920 mußten wir von Zbrucz fliehen, und ich wohnte seit der Zeit bei meinem Bruder, der damals Pfarrer in Warê¿ bei Lemberg. Eines Morgens kam Frau Hulimek zu uns und bat meinen Bruder, die Hl. Messe vor dem Gnadenbild für die kranke Mutter zu lesen. Der Bruder tat es sofort und in ein paar Tagen kam Sie wieder und sagten erfreut, daß ihre Mutter gesund ist.

Ein zweites solche Beispiel: Herr Kruszewski aus Chorobrowo kam und bat: Herr Pfarrer, lesen sie vor dem Gnadenbild die Hl. Messe für meine kranke Frau. Der Bruder hatte die Hl. Messe bald zelebriert und einige Tage später sind die beiden gekommen und sagten, daß sie sich eine Dankmesse vor dem Bild wünschten.

Viele Bekannte haben die Geschichte des Gnadenbildes gekannt und haben es sehr verehrt. Auch in jeder Not wurden unsere Gebete vor dem Bild erhört. Ich war mehrmals krank, manchmal hoffnungslos, und die Gebete meines Bruders vor dem Gnadenbild haben mir immer geholfen.

Das zweite, von den im Keller gefundenen Bilder – Christus im Ölberg – schenkte der Vater meinem ältesten Bruder, und das wurde von seiner Frau bei der Flucht vor den Sowjets in P³oskirów gelassen.

Das dritte Bild zeigt die Mutter Gottes mit dem Kind Jesus ist in Tarnoruda.

Zum Schluß möchte ich nochmal bestätigen, daß alles, was hier beschrieben wurde, der Wahrheit entspricht.

 

Kielce 1949

 

(-) Anastazy Rogowski

 

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